Schon wieder 5 Jahre vergangen, ist deine Kanzlei-Webseite veraltet?
23. Sep. 2026 – Giulia Libranti
Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Neue Partner:innen kommen dazu, Teams verändern sich, junge Anwält:innen übernehmen mehr Verantwortung, neue Fachbereiche entstehen oder ein weiterer Standort kommt hinzu. Vielleicht hat sich auch die strategische Ausrichtung der Kanzlei verändert. Aber wie sieht es eigentlich mit der Webseite aus? Wenn du dich nicht mehr genau daran erinnerst, wann eure Webseite zuletzt grundlegend überarbeitet wurde, ist das vielleicht ein guter Anlass, einmal genauer hinzuschauen. Denn eine Webseite muss nicht technisch veraltet sein, um nicht mehr zeitgemäss zu wirken. Die viel wichtigere Frage ist: Passt eure Webseite noch zu eurer Kanzlei?
Eure Webseite sieht nicht mehr nach eurer Kanzlei aus
Der erste Eindruck einer Kanzlei entsteht schnell – auch online. Farben, Typografie, Bilder, Layout und die gesamte Gestaltung vermitteln innerhalb weniger Sekunden ein Gefühl dafür, wie eine Kanzlei wahrgenommen wird.
Die Zeiten, in denen ein visueller Auftritt 10 Jahre unverändert gelebt hat, sind vorbei. Moderne Marken machen nicht alle paar Jahre grosse Entwicklungen, sondern arbeiten laufend an sich und bleiben so in kleinen Schritten frisch.
Vielleicht wurde euer Corporate Design inzwischen weiterentwickelt. Vielleicht haben sich die Anforderungen im Markt geändert. Vielleicht wirkt eure Kommunikation auf LinkedIn deutlich moderner als eure Webseite. Vielleicht sieht die Webseite aber immer noch genauso aus wie vor fünf Jahren. Das muss nicht bedeuten, dass sie schlecht gestaltet ist. Aber vielleicht passt sie einfach nicht mehr zu eurem heutigen Auftritt.
Eine moderne Kanzlei-Webseite muss nicht besonders spektakulär sein, sondern vor allem zur Marke und Positionierung der Kanzlei passen. Und eine grafische Weiterentwicklung bedeutet auch nicht immer, dass gleich alles neu gemacht werden muss!
Mehr zum Thema «Wann ist es Zeit für ein Rebranding?» findest Du hier:
Die Inhalte sind zwar umfangreich, aber nicht mehr aktuell
Eine Webseite kann mit der Zeit zu einer Art digitalem Archiv werden. Neue Inhalte werden ergänzt, alte bleiben bestehen Zu einer sorgfältigen Pflege einer Webseite gehört, dass du diese regelmässig aus der Perspektive deiner Zielgruppen kritisch hinterfragst: Welche Informationen sind für unsere Zielgruppen heute eigentlich noch relevant?
Ein Website-Check sollte deshalb nicht nur nach Rechtschreibfehlern oder fehlenden Informationen suchen.
Viel wichtiger ist:
- Sind alle Personenprofile noch aktuell?
- Stimmen Fachbereiche und Schwerpunkte?
- Sind die richtigen Branchen und Zielgruppen angesprochen?
- Sind die wichtigsten Themen sichtbar?
- Gibt es Inhalte, die nicht mehr zur aktuellen Positionierung passen?
- Vermitteln die Texte noch das Bild, das eure Kanzlei heute von sich geben möchte?
Denn aktuell bedeutet nicht nur, dass Telefonnummern und Namen stimmen. Aktuell bedeutet, dass die Inhalte die heutige Kanzlei widerspiegeln.
Man erkennt nicht, wofür eure Kanzlei eigentlich steht
Viele Kanzlei-Webseiten beantworten die Frage "Was machen wir?” sehr gut. Rechtsgebiete werden aufgelistet, Fachbereiche beschrieben und Partner:innen vorgestellt. Doch schwieriger wird es bei einer ganz anderen Frage: Warum gerade eure Kanzlei? Was unterscheidet euch von anderen Kanzleien? Für welche Mandant:innen seid ihr besonders relevant? Welche Expertise zeichnet euch aus? Welche Art von Mandant:innen wollt ihr gewinnen?
Wenn sich die Antwort darauf nicht schnell erkennen lässt, liegt das möglicherweise nicht nur an den Texten. Vielleicht hat sich eure Positionierung verändert, aber eure Webseite erzählt noch die alte Geschichte.
Eure Webseite und LinkedIn passen nicht zusammen
Heute findet der erste Kontakt mit einer Kanzlei nicht zwingend auf der Webseite statt. Vielleicht entdeckt jemand eine Partnerin über LinkedIn. Vielleicht liest ein potenzieller Mandant einen Fachbeitrag. Vielleicht wird eine Kanzlei von einer Kollegin empfohlen.
Die Webseite ist dann häufig der nächste Touchpoint. Und genau dort sollte sich das Bild bestätigen. Wichtig ist, dass die Kommunikation über alle Kanäle hinweg aus einem Guss wirkt. LinkedIn und Webseite sollten die gleiche Positionierung vermitteln, visuell einen Wiedererkennungswert schaffen und sich inhaltlich sinnvoll ergänzen. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild und beide Kommunikationsmittel zahlen konsequent auf dieselbe Marke ein.
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1. Technische Performance
2. Sichtbarkeit und User-Akquise (SEO)
3. Nutzerführung und Lead Generierung
4. Design (Branding)
5. Inhalte und Positionierung
Wenn du bei mehreren Schritten zögerst, ist das ein gutes Signal, genauer hinzuschauen.
Muss deshalb gleich eine neue Webseite her?
Nicht unbedingt. Bevor man Dinge anpackt, ist es wichtig zu verstehen, was nicht (mehr) funktioniert, was fehlt und was erreicht werden soll.
Eine fünf Jahre alte Webseite kann durchaus noch funktionieren. Und eine neue Webseite kann genauso wenig strategischen Mehrwert bieten, wenn vorher nicht geklärt wurde, was sie eigentlich leisten soll.
Am Anfang steht deshalb eine grundsätzliche Frage: Was hat sich bei unserer Kanzlei in den letzten Jahren verändert und bildet unsere digitale Präsenz diese Entwicklung noch ab? Je nach Situation kann eine gezielte Überarbeitung einzelner Bereiche ausreichen. Hat sich die Positionierung der Kanzlei verändert, sollte sich das auch im Branding und im digitalen Auftritt zeigen. In anderen Fällen ist ein umfassender Relaunch der Webseite der richtige Schritt.
Entscheidend ist, zunächst zu verstehen, wo die Lücke zwischen der heutigen Kanzlei und ihrem digitalen Auftritt liegt. Erst dann lässt sich beurteilen, welche Massnahmen sinnvoll sind.
AUDIT: So optimierst du eine Webseite in 5 Schritten
Eure Webseite unterstützt eure Marketingziele nicht mehr
Eine Webseite ist kein Selbstzweck. Sie soll sie potenzielle Mandant:innen nach einer Empfehlung überzeugen und die Expertise eurer Partner:innen sichtbar machen. Auch soll sie neue Mitarbeitende ansprechen und die Positionierung eurer Kanzlei unterstützen.
Die Webseite sollte dabei nicht nur als digitale Portfolioseite verstanden werden, sondern als aktives Marketinginstrument. Entscheidend ist die Frage: Was möchten wir, dass unsere Besucher auf der Webseite tun, und wie bringen wir sie dazu? An diesem Ziel sollten sich sowohl die Struktur der Webseite als auch die Gestaltung der Inhalte orientieren. So wird aus einer reinen Informationsplattform ein gezieltes Marketingtool.
Eure Webseite wirkt austauschbar
Schau dir einmal fünf andere Kanzlei-Webseiten an. Wie viele sehen sich ähnlich?
Viele Kanzlei-Webseiten folgen einem ähnlichen Muster: Logo, Navigation, Rechtsgebiete, Partner, News, Karriere, Kontakt. Das ist nicht grundsätzlich falsch. Aber eine gute Struktur allein schafft noch keine Differenzierung.
Wenn eure Webseite genauso aussehen könnte wie die eurer Wettbewerber, stellen sich die Fragen: Wo wird sichtbar, was eure Kanzlei besonders macht? Und wie sollen sich eure Zielgruppen eure Marke merken können, wenn euer Auftritt austauschbar ist und mit anderen verschwimmt?
Differenzierung entsteht nicht zwingend durch ein ausgefallenes Design. Sie kann in der Positionierung, in der Sprache, in der Bildwelt, in der Darstellung der Expert:innen oder in der Art liegen, wie ihr eure Zielgruppen anspricht.
Fazit
Eine Webseite wird nicht automatisch nach fünf Jahren schlecht.
In vielen Fällen ist nach dieser Zeitspanne aufgrund externer Entwicklungen oder internen Veränderungen eine Anpassung erforderlich. Die Webseite kommt irgendwann nicht mehr mit und sie ist vielleicht technisch noch funktionstüchtig, aber strategisch nicht mehr aktuell.
Wie eine professionelle Kanzlei-Webseite aufgebaut sein sollte und welche Bausteine dabei entscheidend sind, zeigen wir dir in unserem folgenden Beitrag:
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